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Because It Is Not A Band. It Is An Idea. Teil 2

Ich habe begonnen FFs zu schreiben, als ich 16 war. Nach den Jahren, die ich die „düsteren“ Jahre nennen würde.

Meine Eltern hatten sich geschieden. Und ich dachte nicht daran, meinen Vater je wiederzusehen. Das muss herzlos herüber kommen, aber nur, wer nicht die Fakten kennt.

Mein Vater litt unter Multiple Sklerose und war schwer krank. Ein echter Pflegefall, um den sich mein Bruder und ich früh kümmerten. Zwar kann ich nicht behaupten, keine Kindheit gehabt zu haben, aber eine Jugendzeit hatte ich nicht gehabt. Mit 8 Jahren war es vorbei.

Das Leben meiner Familie drehte sich nur noch um seine Krankheit. Darum, ihm zu helfen. Persönliche Probleme standen hinten an. Mein Vater begann, zu trinken und sich gehen zu lassen. Ich, mein Bruder und meine Mutter wuchsen zu einem Team zusammen, zumindest, was die Pflegedienste betraf. Wir lernten schnell, was in welcher Situation zu tun war – und uns dabei nicht unnötig Zeit zu lassen. Eigentlich tat ich ALLES davon mit Herz. Für ihn. Ich liebte meinen Vater über alles. Ich liebte ihn trotz dem Hass, den er mir oft entgegenbrachte.

Probleme mit Klassenkollegen waren vorprogrammiert.

Sie hatten keine Chance, mich zu verstehen. Und ich keine Chance, sie zu verstehen. Mein Leben war komplett anders (strukturiert).

Meine Familie hatte aber auch keine Zeit, um sich um mich zu kümmern.

Ich war sehr einsam.

Irgendwann verstand ich, dass mein Vater meine Mutter betrog. Und meine Mutter zog konsequent einen Schlussstrich hinter das Kapitel, das acht Jahre gedauert hatte.

Während den letzten Jahren war ich immer häufiger die Zielscheibe meines Vaters geworden. Er liebte es, mich anzubrüllen und mich fertig zu machen.

Das hatte ich ihm durchgehen lassen. Aber den Betrug an meine Mutter konnte ich ihm nicht mehr vergeben.

Mein Vater war ein sehr kreativer Mensch gewesen. Er hatte eine Zeit lang sein Geld mit Musik verdient. Obwohl er krank war, hatte er Bücher geschrieben, die auch tatsächlich veröffentlicht wurden.

Ich war ihm in dieser Hinsicht sehr ähnlich gewesen.

Aber ich begann damals nicht aus diesem Grund zu schreiben.

Zu dieser Zeit war ich gerade auf der Suche nach einer Lehrstelle. Ich hatte viel Zeit und nach den langen, schweren Jahren auch endlich ein Mal Zeit, sich um mich selbst zu kümmern. Trotzdem ich dutzende an Bands gehört hatte, hatte keine Band es geschafft, mich so sehr zu inspirieren wie My Chemical Romance.

Sie hatten mich durch die harte Zeit gebracht, aber auch als diese vorläufig vorbei waren, verlor ich keinerlei Interesse.

Das Schreiben wurde bald zu einem täglichen Hobby. Die Lehre machte es mir schwierig, Zeit dafür zu finden, aber ich verlor recht schnell Motivation, wenn ich nicht schrieb. Unglücklicherweise stellte sich die Lehre als eine Sackgasse heraus. Nachdem meine Mutter zu ihrem Freund gezogen war, zog ich bei meinem damaligen Freund ein. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich schon, dass der Frisörberuf nichts für mich war und ich quälte mich nur noch durch die Tage. Meine Mutter machte mir jedoch klar, dass sie es nicht dulden würde, wenn ich die Lehre abbrechen würde.

Mir erschien alles sehr perspektivlos.

Das war nicht, was ich wollte. Der Salon war kein Ort, an dem ich mich aufgehoben fühlte. Ich begann ein Alkoholproblem zu entwickeln.

Nach der Arbeit ging es sofort mit einer Freundin in die Bar. Ich trank, um mich aufzumuntern. Ich trank, weil es das einzige war, das für mich noch Sinn ergab.

Die Freundin, L., ging durch eine ähnliche Hölle. Sie war die perfekte Begleiterin. Wir fühlten uns wie ein Klischee.

Das der traurigen, nutzlosen Jugend, die keine Zukunftsperspektive sahen.

Irgendwann war es soweit. Ich brach die Freundschaft zu ihr ab, die mich immer mehr in die Tiefe zog und setzte ebenfalls einen Schlussstrich hinter die Lehre.

Per Telefon stellte ich meine Mutter dann vor vollendete Tatsachen. Statt der Lehre begann ich wieder mit der Schule. Zur gleichen Zeit trennte ich mich von meinem Freund.

Stabilität im Leben ist nichts, was ich kenne.

Dinge sind gegangen, Menschen sind gegangen, die Umstände haben sich so oft und dermaßen schnell gedreht, dass ich häufig nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht.

Das einzige was blieb war die Musik.

Und das Schreiben.

Vor geraumer Zeit erzählte mein Bruder meine Mutter von meinem Hobby. Neugierig, wie sie war, fragte sie mich, ob ich ihr etwas schicken würde.

Ich tat es, doch ich bekam keine Rückmeldung.

Bis ich sie in ihrem neuen Zuhause besuchte.

Ihre Antwort bestand darin, mir wortlos einen Brief zu überreichen. Ein Brief von einem Verlag. Sie hatte mein Manuskript, meine erste frei erfundene Geschichte, an einen Verlag geschickt. In dem Brief verkündeten sie mir, dass sie sehr interessiert daran wären und mir demnächst Bescheid geben, ob sie es veröffentlichen.

Ich weiß noch nicht, ob sie es tun werden. Aber ich warte ab.

Ich warte im Moment in allen Bereichen meines Lebens ab. Was ich erwarten kann, ist Veränderung. Aber in welcher Form, ist unklar.

 

-

 

Nachdem ich Gerards Brief gelesen habe, muss ich erst einmal weinen. Weinen ist eigentlich eine Seltenheit bei mir geworden. Die Depressionen lassen andere Gefühle kaum zu. Sie werden überdeckt. Von nichts, im Grunde genommen. Von der Depression selbst.

Aber jetzt weine ich.

Weil die letzten Jahre hart waren.

Weil ich My Chemical Romance als Stützpfeiler in meinem Leben vermissen werde.

Weil ich nicht weiß, was noch kommt.

Aber auch…

Weil ich das Glück hatte, Zeuge von dieser besonderen Sache habe sein dürfen.

Vier Leute, die meine Welt gerockt haben.

Und nicht nur meine.

Tausende von Fans, weltweit fühlen die Trauer.

Genauso wie die Freude.

Keiner von ihnen konnte ahnen, dass sie es soweit schaffen würden.

 

Denn am Anfang…

Ist alles nur eine Idee.

 

25.3.13 21:11
 
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